Weltladen Schwerin

Eine packende Dokumentation zum Einsatz und der Auswirkung von Pestiziden in Südafrika

In Kooperation mit dem INKOTA-netzwerk e.V. zeigten wir am 10. März 2026 den Dokumentarfilm „Toxic Harvest“ (2025, Südafrika, 63 min, OmdU), produziert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Foto: Annika Rhinow

Ralf Göttlicher, unser Bildungsreferent, führte zu Beginn die 15 anwesenden Interessierten in die Thematik des weltweiten Pestizidhandels ein. Er verwies darauf, dass 385 Millionen Menschen auf der ganzen Welt jährlich mindestens eine Pestizidvergiftung erleiden. 11.000 Menschen pro Jahr sterben sogar daran, Suizide nicht eingerechnet. Die meisten Pestizidvergiftungen sind in Südasien, gefolgt von Südostasien und Ostafrika zu verzeichnen. Somit tragen die Menschen im globalen Süden die schwerwiegendsten Folgen des Pestizideinsatzes. Vor allem jene, die selbst als Bäuerin oder Plantagenarbeiter*innen auf dem Feld stehen, aber auch die Anwohner*innen in Anbaugebieten, in denen besonders viele oder besonders gefährliche Pestizide zum Einsatz kommen.

Ralf Göttlicher schilderte die Herausforderungen beim Pestizid-Einsatz im globalen Süden:

Außerdem ging er auf die Doppelstandards der EU beim In-Verkehr-Bringen von Pestiziden ein: nach wie vor werden in der EU verbotene (aber dennoch hier hergestellte) Ackergifte in Länder des Globalen Südens exportiert:

Umfangreiche Informationen zu den Doppelstandards im Pestizihandel hat INKOTA hier zusammengestellt: Broschüre „Doppelstandards im Pestizidhandel“

Wenn Chemikalien in der EU für den Menschen und die Mitwelt als hochgiftig und somit verboten gelten, so ist es hoch unverantwortlich diese Gifte immer noch in der EU herstellen zu lassen und diese in den globalen Süden zu exportieren. Um diese Doppelstandards der EU zu beseitigen, fordert INKOTA aktuell zusammen mit anderen Initiativen die EU-Kommission auf, damit Schluss zu machen. Du kannst die Petition aktuell bei uns im Weltladen unterschreiben oder es gleich hier online tun:

Die Dokumentation „Toxic Harvest“ zeigte dann in erschütternden Interviews und Bildern, wie Chemikalien die Böden, das Wasser, die Nahrung und die Menschen in Südafrika vergiften. Der Film machte deutlich: Unser Konsum in Europa hat direkte Auswirkungen auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen anderswo.

Nach dem Film kamen die Anwesenden ins Gespräch zu den verheerenden Folgen des Pestizideinsatzes und der Alternative einer agrarökologischen Landwirtschaft.

Hintergrund
Wir zeigen in unregelmäßigen Abständen (Kurz-)Filme im Weltladen in der Puschkinstr. 18 oder an anderen Orten, die einen kritischen Blick auf Produktionsbedingungen, die Auswirkungen der neoliberalen Globalisierung, herrschende Welthandelsstrukturen und die Lebenswirklichkeiten auf unseren Globus werfen. Zugleich sollen Handlungsoptionen und Alternativen aufgezeigt werden.
Im Anschluss gibt es jeweils Zeit für Austausch. Der Eintritt ist immer frei. Bisher gezeigte Filme hier.

Förderer

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem INKOTA-netzwerk e.V. im Rahmen des Bildungsprojektes der Aktionsgruppe Eine Welt e.V. Schwerin / Weltladen Schwerin gefördert durch Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aus Mitteln von „Bingo – Die Umweltlotterie“ über die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und durch Brot für die Welt (BfdW) mit Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes.

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