Weltladen Schwerin

Nur per Wind- und Muskelkraft kam Kaffee am 12.8.2026 nach Schwerin

13 Tage auf dem Rad für fair gehandelten Bio-Kaffee

Ganz klimaschonend transportieren zwölf Radfahrer*innen den fair gehandelten Bio-Kaffee aus Nicaragua zu den Weltläden in acht Bundesländern. Zuvor brachte ein historischer Frachtsegler den Kaffee emissionsarm und meeresschonend 6.500 Seemeilen weit bis in den Hamburger Hafen.

Am Mittwoch, 12. August, Punkt 13 Uhr, machten die Radler*innen Station in Schwerin und belieferten auf ihrer „fairen Kaffeefahrt“ den Weltladen in der Puschkinstraße 18. Dort konnte auch jede*r an diesem Tag den Segelkaffee probieren. Die Radaktivist*innen kamen in Schwerin auch mit lokalen Akteur*innen ins Gespräch und tauschten Ideen aus über nachhaltigen Konsum und globale Gerechtigkeit.

Medien berichteten

Verschiedene Medienvertreter*innen waren beim Weltladen vor Ort und berichteten im Nachhinein über diesen Tag:

  • TV.Schwerin: 6.500 Seemeilen per Segelschiff und 850 Kilometer auf dem Fahrrad: Der „Segelkaffee“ aus Nicaragua (Video)
  • schwerin.news: Segelkaffee erreicht Schwerin – und bleibt in der Stadt (Artikel)
  • schwerin-lokal.de: Per Fahrrad nach Schwerin und mit dem Segelschiff über den Atlantik (Bilderstrecke)
  • Nordkurier: Besondere Radtour: So kommt der Kaffee von Nicaragua nach Ludwigslust (Artikel)
  • Freie Presse Freiberg: Kaffeefahrt aus Freiberg macht Station in Schwerin: Trotz Platten geht es weiter (Artikel hinter Bezahlschranke)
Der Segelfrachter „Avontuur“ legte 6.500 Seemeilen zurück. Foto: Jens Klein

Auf der mehrmonatigen Segeltour mit 6-7 Meter hohen Wellen auf dem Weg nach Nicaragua und zurück war auch die 21-jährige Nele aus Schwerin dabei. Sie hat erst kürzlich in unserer Stadt ihr Abitur gemacht. „Wir alle wollen ein Zeichen setzen für den fairen Handel“.

Der Segelkaffee gehört zur kleinen Genossenschaft „Café Chavalo“ in Leipzig, die Jens Klein gegründet hat. Sie vertreibt seit 2017 fair gehandelten Bio-Kaffee aus Nicaragua. Ziel sei es, den Kaffeeanbauern Preise zu zahlen, von denen ihre Familien leben können. Außerdem wollen Klein und Mitstreiter die selbst verwalteten Kooperativen unterstützen, einen respektvollen Umgang mit den Handelspartnern und eine nachhaltige ökologische Landwirtschaft fördern. „Dafür sind wir bereit, neue Wege zu gehen.“

Kooperativen-Verband Tierra Nueva in Nicaragua

Im konventionellen Anbau entsteht der Kaffeepreis an der Börse. „Das finden wir nicht fair. Denn Mensch und Umwelt spielen bei dieser Kalkulation keine Rolle“, so Klein.
Der Bio-Rohkaffee stammt vom Kooperativen-Verband Tierra Nueva in Nicaragua. Rund 250 Kleinbauern haben sich zu dem Verband zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Ernte zu vermarkten und die Lebensbedingungen auf dem Land zu verbessern. Tierra Nueva ist Café Chavalos wichtigster Handelspartner in Nicaragua und selbst Mitglied der Genossenschaft in Deutschland.

„Die Bäuerinnen und Bauern erzielen bei uns ein deutlich höheres Einkommen als auf dem Weltmarkt und können dadurch dauerhaft umweltschonend arbeiten. Und die intakte Natur sichert den Bauern wiederum langfristig ihre Existenzgrundlage“, berichtet Klein.
Und anders als im üblichen Kaffeeanbau ernten die beiden Kooperativen-Verbände in Nicaragua nur reife Kaffeekirschen einzeln mit der Hand. Die Pflanzen wachsen im Schatten von Bäumen und Bananenstauden, wo die Früchte langsam zu hochwertigem Kaffee heranreifen.

2 Wochen mit dem Rad von Hamburg nach Freiberg/ Sachsen

Rund 2 Wochen und 850 km sind die acht Radler*innen unterwegs. Ihre Tour führt neben Schwerin, auch über den Brocken bis nach Freiberg in Sachsen. Gern würden sie in Schwerin auch mit lokalen Akteuren ins Gespräch kommen sowie Ideen austauschen über nachhaltigen Konsum und globale Gerechtigkeit.

Zum Foto ganz oben: Christian Möls, Christian Mädler und Konstantin Wunderlich-Hörsch vom Freiberger Weltladen satteln ihre Räder für die faire Kaffeefahrt. Foto: Marie-Luise Küchler

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