Weltladen Schwerin

Vom 5. bis 9. Mai gibt es bei uns in der Puschkinstr. 18 ein besonderes Schaufenster. Ein Schaufenster zum Abernten. Die in der Auslage ausgestellten Südfrüchte werden an Kund*innen verschenkt. Jede Frucht ist mit einem Denkanstoß versehen. Im Geschäft selbst lädt ein Memoryspiel dazu ein, mehr über den internationalen Obsthandel zu erfahren.

Gemeinsam mit bundesweit über 300 Weltläden machen wir somit zum „World Fair Trade Day“ am 9. Mai auf schlechte Arbeitsbedingungen und unfair verteilte Gewinne im Handel mit Orangen, Mangos und Bananen aufmerksam.

Am Samstag, dem 9. Mai gibt es von 10 bis 15 Uhr zusätzlich ein Quizrad und Kostproben fair gehandelten Obstes vor Ort, bevor um 15 Uhr dann im Laden eine Kurzdokumentation (30 min, 2024, WDR/ Arte, ab 14 Jahren) über die Arbeitsbedingungen in der Orangenernte in Italien gezeigt wird. Teilnahme an der Filmvorführung ist ohne Anmeldung möglich. Einfach vorbeikommen.

Unterschriftensammlung

Weltweit können viele Landwirt*innen von ihrer Arbeit kaum leben. Gemeinsam mit Organisationen wie Fairtrade Deutschland, Oxfam, Misereor und INKOTA fordert die Weltladen-Bewegung deshalb mit dem Appell „Landwirtschaft braucht Fairness“ faire, kostendeckende Preise entlang der gesamten Lieferkette. Im Weltladen werden daher Unterschriften gesammelt, die an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer übergeben werden sollen. Du kanst auch online unterzeichnen: Landwirtschaft braucht Fairness

Zum Weltladentag

Jedes Jahr am 2. Samstag im Mai ist Weltladentag. Am entwicklungspolitischen Aktionstag der Weltläden veranstalten wir als Weltladen-Bewegung bundesweit vielzählige Kampagnen-Aktionen, um auf ein gemeinsames Anliegen des Fairen Handels aufmerksam zu machen. Der Weltladentag findet seit 1996 und zeitgleich mit dem Internationalen Tag des Fairen Handels, dem World Fair Trade Day, statt.

Hintergrund Obstproduktion

Die internationale Obstproduktion ist ein Milliardengeschäft, doch profitieren vor allem wenige große Handelskonzerne. In Deutschland kontrollieren vier Unternehmen rund 85 Prozent des Lebensmittelmarktes – mit gravierenden Folgen für Obstproduzent*innen weltweit. Diese Marktmacht setzt Lieferanten massiv unter Preisdruck – häufig so stark, dass Produktionskosten kaum gedeckt sind. Susanne Meletzki, Ladenkoordinatorin im Weltladen Schwerin, berichtet über die Missstände auf vielen konventionellen Obst-Plantagen: „Für die Produzent*innen bedeutet der Obstanbau oft harte körperliche Arbeit, niedrige Löhne und befristete Verträge. Viele Plantagen gehören internationalen Konzernen, die hohe Gewinne erzielen. Am Anfang der Lieferketten bleibt aber nur wenig bei den Produzent*innen hängen.“

Der Faire Handel fordert menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine gerechte Wertschöpfung entlang der Lieferketten. Faire Preise, Transparenz und partnerschaftliche Handelsbeziehungen stehen im Mittelpunkt. Marcel Martetschläger von der Fair Trade Genossenschaft WeltPartner zeigt am Beispiel von Mangos, wie Fairer Handel wirken kann: „Wir arbeiten seit Ende der 1980er-Jahre mit der Organisation Preda auf den Philippinen zusammen. Der Faire Handel sichert Kleinbäuer*innen stabile Einkommen und Perspektiven vor Ort. Gleichzeitig finanziert der Verkauf unserer Mango-Produkte rund die Hälfte der Kinderschutzarbeit von Preda. Jede verkaufte Mango trägt dazu bei, Kinder vor Ausbeutung zu schützen und ermöglicht ihnen Zugang zu Schutzräumen, Therapie und Schulbildung.“

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